achterbahnfahren

Moni S

von Moni S

Story

ich bin nicht schwindelfrei. mag karussellfahren gar nicht. achterbahnfahren hab ich deswegen auch nie ausprobiert. es reizt mich nicht.

ich reizte mich in letzter zeit sehr. übergang mich und die gefühle, die nach außen wollten. hab sie ignoriert, verworfen, beiseite geschoben, getarnt.

auch die beste tarnung fliegt auf. hört man. weiß man auch. ich habe es erfahren.

der boden unter den füßen wackelt. der blick führt in einen tunnel. eine verwaschene umgebung. solange ich geradeaus blicke, ist es erträglich, doch eigentlich ertrage ich es nicht. es fühlt sich furchtbar an.

ich bin nicht schwindelfrei. mag karussellfahren immer noch nicht. an achterbahnfahren denke ich gar nicht mehr. es sackt etwas ab.

es kommt eine welle an gefühlen. wut, traurigkeit, angst. ich schwimme. so fühlt es sich an. ich kann dem raum geben. ein ausdruck von etwas, das gelebt werden will.

raum schaffen. für ungelebte anteile. versteckte wünsche und ängste. hinhören.

ich bin nicht schwindelfrei. werd karussellfahren sicher auch nie mögen. achterbahnfahren will ich immer noch nicht. es gibt jetzt nichts zu tun.

ruhe. hinlegen. hinspüren. wie spürt sich angst an. wovor fürchte ich mich eigentlich. das herz weißt den weg. dort will ich hin. ganz einfach ist es plötzlich.

und nichts dreht sich mehr. es fließt.

ich bin nicht schwindelfrei. karussellfahren werd ich weiterhin nicht, doch vielleicht probier ich´s mal mit der achterbahn…

© Moni S 2020-03-17